Anorgasmie beim Mann: Wenn der Orgasmus ausbleibt – Ursachen, Symptome

Veröffentlicht am: 18. Februar 2026
Orgasmushemmung Anorgasmie beim Mann
Orgasmushemmung Anorgasmie beim Mann

Wenn der Orgasmus ausbleibt, obwohl körperlich alles zu funktionieren scheint, kann Anorgasmie dahinterstecken.

Anorgasmie beim Mann gehört zu den stark belastenden sexuellen Herausforderungen. Der Körper ist erregt, die Lust ist da und trotzdem bleibt der Höhepunkt aus. Für viele Männer kommt das unerwartet und kratzt am männlichen Selbstbild. Dieser Beitrag zeigt, warum ein Orgasmus manchmal nicht gelingt, obwohl scheinbar alles funktioniert, welche Ursachen dahinterstecken und warum Anorgasmie kein Dauerzustand sein muss.

💡 Das Wichtigste in Kürze:

Anorgasmie bedeutet, dass der Höhepunkt trotz Lust und Erektion ausbleibt oder nur sehr schwer erreicht wird. Während selten körperliche Ursachen (wie Hormone oder Medikamente) dahinterstecken, ist meist der Kopf der „Blockierer“: Leistungsdruck, Stress und der Zwang, funktionieren zu müssen, verhindern das nötige Loslassen.

👉 Was du tun kannst:

  • Verabschiede dich vom Gedanken „Ich muss jetzt kommen“ – erlaube dir Sex, bei dem der Weg das Ziel ist.
  • Reduziere Pornokonsum und variiere deine Masturbationstechnik (weniger Druck/Tempo), um deinen Körper wieder auf natürliche Reize zu sensibilisieren.
  • Sprich in der Partnerschaft offen über Wünsche und Konflikte, denn fehlende emotionale Nähe blockiert oft auch die körperliche Entspannung.
  • Kläre mögliche körperliche Auslöser (z. B. Testosteronwerte, Nebenwirkungen von Medikamenten) ärztlich ab.

Was bedeutet Anorgasmie?

Anorgasmie beschreibt das anhaltende oder wiederholte Ausbleiben des Orgasmus. Wichtig: Anorgasmie hat nichts mit Impotenz (erektile Dysfunktion) oder Lustlosigkeit (Libidoverlust) zu tun. Das heißt: Du hast Verlangen, bist sexuell erregbar (auch eine Erektion kann entstehen), aber du erreichst keinen Höhepunkt mehr. Sex fühlt sich dann oft wie Arbeit an.

Formen der Anorgasmie

Es gibt drei verschiedene Formen der Anorgasmie:

  • Primäre Anorgasmie: Du hattest noch nie in deinem Leben einen Orgasmus – weder beim Sex noch beim Masturbieren.

  • Sekundäre Anorgasmie: Du hattest früher einmal normale Orgasmen, hast diese Fähigkeit aber später verloren.

  • Situative (oder generalisierte) Anorgasmie: Der Orgasmus gelingt nur unter bestimmten Bedingungen (z.B. bei Selbstbefriedigung, Oralverkehr oder speziellen Stellungen) und nicht in anderen Situationen.

Warum das Thema Männer häufiger betrifft, als viele denken

Laut Studien leiden etwa 5-10% der Männer irgendwann im Leben unter Orgasmusschwierigkeiten. Die Dunkelziffer ist aber deutlich höher, weil nur wenige offen darüber sprechen. Viele Männer denken, dass “das schon wieder vergeht”. Aber das ist falsch. In Wahrheit kann sich eine Anorgasmie chronifizieren: Ohne Behandlung bleibt das Problem oft bestehen oder verschlimmert sich sogar mit der Zeit.

Was sind die Ursachen für Anorgasmie beim Mann?

Der Orgasmus entsteht nicht im Penis, sondern im Zusammenspiel von Körper, Erregungsmodus, Nervensystem, Atmung, Emotionen und Psyche. Bei einer Anorgasmie ist dieses Zusammenspiel oft gestört.

Anorgasmie beim Mann , kein Orgasmus
Ein gestresster Mann kann sich schwer fallenlassen, wenn Leistungsdruck oder Ängste im Spiel sind.

Psychische Faktoren von Anorgasmie

Stress gilt als einer der größten Lustkiller in der männlichen Sexualität. Viele Männer, die von Anorgasmie betroffen sind, zeigen sich im Job und Alltag als besonders leistungsfähig, kontrolliert und verantwortungsbewusst. Diese Daueranspannung wirkt sich jedoch massiv auf das Sexleben aus.

Steht das Nervensystem unter großer Spannung, bleibt der Körper im Alarmmodus. Genuss ist in diesem Zustand kaum möglich. Der Orgasmus braucht Loslassen, nicht Kontrolle. Wer ständig “funktioniert”, hat verlernt, sich hinzugeben.

Zu Stress zählen Leistungsdruck, Versagensängste und Schamgefühle rund um Sexualität. Konflikte in der Beziehung, negative Glaubenssätze oder frühere Traumata können den Orgasmus ebenfalls blockieren.

Typische Gedanken bei Anorgasmie:

  • “Ich muss jetzt kommen.”

  • “Was stimmt nicht mit mir?”

  • “Ich enttäusche meine Partnerin.”

Je mehr Druck entsteht, desto stärker blockiert dein Körper.

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Körperliche (medizinische) Ursachen: Nerven, Hormone, Medikamente

Körperliche Erkrankungen oder Zustände können die Orgasmusfähigkeit ebenfalls beeinträchtigen.

Typische Beispiele sind:

  • Nerven- oder Rückenmarksschäden: Verletzungen oder Operationen im Becken- oder Rückenbereich (z.B. Bandscheibenvorfall) können die Nervensignale zum Penis stören.

  • Hormonelle Störungen: Ein zu niedriger Testosteronspiegel oder andere Hormonungleichgewichte können zu Abnahme von Libido und Orgasmusfähigkeit führen.

  • Medikamentennebenwirkungen: Bestimmte Medikamente (Antidepressiva, Blutdruckmittel, Schlafmittel u.v.m.) beeinträchtigen als Nebenwirkung den Orgasmus. Von Drogen oder übermäßigem Alkoholkonsum ganz zu schweigen.instabil oder bleibt aus.

  • Chronische Krankheiten: Diabetes, Multiple Sklerose, Parkinson oder andere systemische Erkrankungen erhöhen ebenfalls das Risiko für Orgasmusstörungen.

Gewohnheiten durch Pornos und Masturbation

Ein oft tabuisiertes Thema ist die Art der Selbstbefriedigung. Schnelles, mechanisches Masturbieren, oft kombiniert mit intensivem Pornokonsum, konditioniert den Körper auf sehr spezifische Reize:

  • hoher Druck

  • bestimmte Handbewegungen

  • starke visuelle Stimulation

Beim Sex mit Partnerin fehlen diese Reize häufig. Die Folge: Erregung ist da, aber sie reicht nicht mehr für den Orgasmus. n diesen Fällen ist die Anorgasmie die direkte Folge einer antrainierten Reaktionsweise des Körpers auf isolierte Reize.

Einfluss von Beziehungsdynamik und fehlender Intimität

Viele Menschen brauchen beim Sex emotionale Sicherheit. Wenn diese fehlt, Konflikte ungelöst sind oder eigene Bedürfnisse unterdrückt werden, zieht sich der Körper zurück. Anorgasmie kann dann Ausdruck innerer Distanz sein: zu sich selbst oder zur Partnerin.

Ebenso ist es wichtig zu wissen, was wirklich erregt und das auch in der Partnerschaft auszudrücken. Denn oft muss sich der Mann eingestehen, dass er vielleicht nicht (mehr) den Sex hat, der ihn wirklich erregt.

Symptome und Warnzeichen: Woran du Anorgasmie erkennst

Die Symptome einer Anorgasmie sind oft subtil und werden von Betroffenen zunächst nicht als Funktionsstörung wahrgenommen. Häufig beginnt es mit einer schleichenden Verzögerung des Höhepunkts, bis dieser schließlich ganz ausbleibt. Um das Problem zu lösen, ist es wichtig, die spezifischen Warnsignale des Körpers und der Psyche richtig zu deuten und von anderen sexuellen Herausforderungen abzugrenzen.

Unterschied zu Erektionsproblemen oder Lustlosigkeit

Bei Anorgasmie ist die Lust meist vorhanden. Auch eine Erektion kann entstehen. Der Unterschied ist, dass die Erregung keinen Abschluss findet. Der Orgasmus bleibt aus.

Wenn Erregung da ist, aber kein Höhepunkt folgt

Typisch ist ein Zustand von “Erregung ohne Tiefe”. Der Körper ist stimuliert, aber innerlich angespannt. Viele Männer spüren ihren Körper in so einer Situation kaum noch. Die Gedanken kreisen, der Atem bleibt flach, das Becken hält fest. Der Körper schützt sich vor Kontrollverlust und blockiert den Orgasmus.

Emotionale Begleiterscheinungen

Wenn der Orgasmus ausbleibt, ist das auch eine emotionale Belastung.

Typische Folgeerscheinungen sind:

  • Frust und Selbstzweifel

  • Rückzug aus Sexualität

  • Scham und Schweigen

  • Ausweichen auf Masturbation oder Vermeidung von Sex

Tipp

Wichtig:

Diese Warnzeichen solltest du ernst nehmen: Frust und Scham belasten die Psyche massiv und können zusätzlich Lust und Erektion beeinträchtigen.

Wann solltest du professionelle Hilfe suchen?

Der Weg aus der Anorgasmie beim Mann beginnt oft mit der Erkenntnis, dass das bloße „Abwarten“ den inneren Druck meist nur erhöht. Professionelle Unterstützung ist immer dann sinnvoll, wenn das Ausbleiben des Höhepunkts zu einer emotionalen Belastung wird, die Partnerschaft leidet oder du dich in einem Kreislauf aus Leistungsdruck und Versagensangst gefangen fühlst.

Sexualtherapie & Männercoaching

Wirksame Sexualtherapie setzt nicht bei “Techniken” an, sondern bei der Wiederverbindung von Körper, Lust und Selbstwert.

Im Best-Lover-Ansatz lernen Männer:

  • ihren Körper bewusst zu spüren

  • sich mit der eigenen Lust auseinander zu setzen

  • Erregung mittels Körperübungen (für zuhause) zu vertiefen

  • Kontrolle loszulassen

  • alte Muster neu zu programmieren

So lässt sich Anorgasmie nachhaltig lösen. Denn einen Orgasmus kann man nicht erzwingen.

Wann medizinische Abklärung sinnvoll ist

Wenn Anorgasmie plötzlich auftritt, länger anhält oder von anderen körperlichen Symptomen begleitet wird, solltest du das von einem Arzt abklären lassen (z.B. Bluttests auf Hormonwerte, Untersuchungen der Nervenfunktion).

Organische Faktoren (z.B. hormonelles Ungleichgewicht, Nervenverletzungen) müssen gezielt behandelt werden. Auch eine Blutdruck- oder Blutzucker-Kontrolle ist sinnvoll, da beispielsweise Diabetes oder Bluthochdruck mit sexuellen Störungen einhergehen können. Und last but not least ist es immer wichtig, mögliche Medikamente ärztlich zu besprechen. Manchmal braucht man ein anderes Präparat.

Bluttest Anorgasmie Behandlung
Bleibt der Orgasmus wiederholt aus oder treten weitere Symptome auf, kann Anorgasmie vorliegen. Ein Besuch beim Arzt hilft, körperliche Ursachen frühzeitig auszuschließen.

Warum Offenheit kein Zeichen von Schwäche ist

Tabus und Schweigen helfen nicht weiter – im Gegenteil: Je früher du das Problem ansprichst, desto schneller gibt es Lösungen. Viele Männer haben Hemmungen, weil sie denken: “Das wird schon wieder” oder sie fühlen sich unzulänglich.

Doch Anorgasmie ist keine Dauerdiagnose. Ein offenes Gespräch mit der Partnerin oder mit einem Therapeuten/Coach schafft Verständnis und reduziert deinen Leistungsdruck. Bei Best Lover bieten wir dir einen sicheren Rahmen, um ohne Schuldgefühle Ängste oder Fantasien zu besprechen. Diese Offenheit ist der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zu einem erfüllten Sexleben.

Fazit: Anorgasmie ist behandelbar

Anorgasmie beim Mann ist kein Endpunkt, sondern ein Wendepunkt. Sie zeigt, dass dein Körper mehr Präsenz und mehr Authentizität einfordert. Es geht nicht darum, mehr zu machen, sondern mehr zu spüren. Wenn du bereit bist, alte Muster zu hinterfragen und den Kontakt zu deinem Körper neu aufzubauen, kannst du die Orgasmushemmung überwinden und wieder das Sexleben führen, das du dir wünscht.

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Q&A

Was ist Anorgasmie beim Mann?2026-02-14T15:24:09+01:00

Anorgasmie beim Mann bezeichnet das anhaltende oder wiederholte Ausbleiben des Orgasmus, obwohl sexuelle Erregung, Lust und oft auch eine Erektion vorhanden sind. Das heißt: Du kannst ganz normal Sex haben, kommst aber nur schwer oder gar nicht zum Höhepunkt.

Ist Anorgasmie dasselbe wie Erektionsprobleme?2026-02-14T15:23:39+01:00

Nein. Bei Erektionsproblemen entsteht keine oder keine ausreichende Erektion. Bei Anorgasmie hingegen ist die Erektion meist möglich, der Orgasmus bleibt jedoch aus. Es handelt sich also um zwei unterschiedliche sexuelle Funktionsstörungen.

Welche Ursachen hat Anorgasmie beim Mann?2026-02-14T15:22:44+01:00

Die Ursachen für Anorgasmie sind meist vielschichtig. Häufige Auslöser sind psychischer Stress, Leistungsdruck, Angst oder Scham, aber auch körperliche Faktoren wie hormonelle Veränderungen, Nervenirritationen oder Medikamentennebenwirkungen. Ebenso spielen Pornokonsum, Masturbationsgewohnheiten und Beziehungsthemen eine große Rolle.

Kann Stress Anorgasmie auslösen?2026-02-14T15:22:18+01:00

Ja. Dauerstress ist einer der häufigsten Gründe für Anorgasmie beim Mann. Wenn das Nervensystem permanent im Anspannungsmodus ist, fällt es dem Körper schwer, loszulassen. Das ist jedoch eine zentrale Voraussetzung für den Orgasmus.

Welche Rolle spielen Pornos und Masturbation bei Anorgasmie?2026-02-14T15:21:49+01:00

Intensiver Pornokonsum und sehr mechanische Masturbation können den Körper auf bestimmte Reize konditionieren. Beim partnerschaftlichen Sex fehlen diese oft, wodurch der Orgasmus ausbleibt. In solchen Fällen ist Anorgasmie eine erlernte Reaktionsweise.

Ist Anorgasmie beim Mann heilbar?2026-02-14T15:21:05+01:00

Ja. Anorgasmie ist in den meisten Fällen gut behandelbar. Je nach Ursache helfen Sexualtherapie, Männercoaching, Körperarbeit, Veränderungen der Masturbationsgewohnheiten oder, falls nötig, medizinische Abklärung. Wichtig ist, das Thema aktiv anzugehen.

Wann sollte man bei Anorgasmie professionelle Hilfe suchen?2026-02-14T15:20:14+01:00

Wenn der Orgasmus über längere Zeit ausbleibt, Leidensdruck entsteht oder sich das Sexualleben deutlich verändert, ist professionelle Unterstützung sinnvoll. Auch bei plötzlichem Auftreten oder begleitenden körperlichen Symptomen sollte eine medizinische Abklärung erfolgen.

Quellen

Roidinger, Beatrix (2023)
Best Lover (Buch/Hörbuch) – So spürst du mehr, steuerst besser deine Lust und fühlst dich freier beim Sex.
Goldegg Verlag.
https://www.best-lover.de/buch

Best Lover Academy / Redaktion
Sexualtherapeutische Inhalte, Coaching-Praxis und redaktionelle Beiträge
https://www.best-lover.de/blog/

World Health Organization (WHO)
ICD-11 – Disorders of Sexual Function
https://icd.who.int/browse11/l-m/en

American Psychiatric Association (APA)
Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5) – Sexuelle Funktionsstörungen
https://www.psychiatry.org/psychiatrists/practice/dsm

McMahon, C. G. (2019)
Ejaculatory Disorders and Orgasmic Dysfunction in Men, Journal of Sexual Medicine.
https://www.jsm.jsexmed.org/article/S1743-6095(19)30475-0/fulltext 

Waldinger, M. D. (2015)
Male Orgasmic Disorders: Diagnosis and Treatment
International Journal of Impotence Research.
https://www.nature.com/articles/ijir201540

Laumann, E. O. et al. (1999)
Sexual Dysfunction in the United States
Journal of the American Medical Association (JAMA).
https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/188762

Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU)
Sexuelle Funktionsstörungen beim Mann – Patienteninformationen
https://www.urologenportal.de/patienten/erkrankungen/sexuelle-funktionsstoerungen.html

Pro Familia Deutschland
Informationen zu Sexualität, sexuellen Funktionsstörungen und Beratung
https://www.profamilia.de/themen/sexualitaet 

Prause, N. & Pfaus, J. (2015)
Viewing Sexual Stimuli Is Associated with Greater Sexual Responsiveness
Sexual Medicine.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2050052115000050 

Beatrix Roidinger

Beatrix Roidinger

Beatrix Roidinger ist klinische Sexologin, Sexualberaterin und psychologische Beraterin. Sie ist Gründerin von Best Lover, einem Zusammenschluss aus Sexualberater:innen, Sexolog:innen und Urologen. In der Best Lover Academy - dem größten deutschsprachigen Online Coaching Programm - hat sie bereits tausenden Männern bei der Behebung ihrer sexuellen Probleme geholfen.

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