Selbstbefriedigung & Testosteron: Die wahre Auswirkung von Masturbation

Veröffentlicht am: 11. Juni 2025
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Masturbation mit Ejakulation senkt den Testosteronspiegel kurzfristig – der Hormonwert normalisiert sich jedoch rasch wieder.

Was ist Testosteron – und warum ist es so wichtig?

Testosteron ist ein Sexualhormon, das hauptsächlich in den Hoden produziert wird. Es wird als das “männliche Hormon“ bezeichnet und spielt eine Schlüsselrolle in verschiedenen körperlichen und psychischen Prozessen. Es steuert unter anderem:

  • Muskelwachstum und Regeneration

  • Libido und sexuelle Leistungsfähigkeit

  • Knochenstabilität und Fettverteilung

  • Energielevel und Stimmung

  • Mentale Klarheit, Dominanz und Motivation

Was ist ein optimaler Testosteronwert für den Mann?

Der Bedarf an Testosteron wird medizinisch anhand von Normalwerten im Blut bestimmt.

Diese variieren nach Alter und Tageszeit – morgens ist der Wert am höchsten.

Diese Werte verdeutlichen: Ein gesunder Testosteronspiegel ist entscheidend für das körperliche und mentale Wohlbefinden.

Normale Testosteronwerte nach Alter bei Männern

Der Mythos: Senkt Masturbation den Testosteronspiegel dauerhaft?

Die Idee, dass Selbstbefriedigung den Testosteronspiegel senkt, ist nicht neu. Schon antike Athleten glaubten, dass sexuelle Enthaltsamkeit ihre Leistungsfähigkeit steigert. Auch heute verzichten manche Sportler vor Wettkämpfen auf Sex oder Masturbation, um “fokussierter“ oder “aggressiver“ zu sein.

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Fußballer sind am Tag vor dem Spiel angehalten, nicht zu ejakulieren, damit sie mehr Testosteron haben.

Was sagt die Wissenschaft?

  • Studien zeigen: Nach mehreren Tagen sexueller Enthaltsamkeit kann der Testosteronspiegel kurzfristig moderat ansteigen.

  • Masturbation mit Ejakulation führt zu einem kurzzeitigen Absinken des Testosterons, das sich schnell normalisiert.

  • Ohne Ejakulation scheint dieser Effekt nicht aufzutreten – hier gibt es aber noch zu wenig Daten.

Fazit: Masturbation senkt den Testosteronspiegel nicht dauerhaft. Entscheidender sind Lebensstil, Häufigkeit und das persönliche Wohlbefinden.

Wissenschaftliche Studie: Was passiert mit Testosteron bei Abstinenz?

In einer vielzitierten Studie wurden zwei Gruppen verglichen:

  • Gruppe 1: 8 Tage ohne Ejakulation

  • Gruppe 2: Tägliche Masturbation

Das Ergebnis: Am 7. Tag der Abstinenz stieg der Testosteronspiegel in Gruppe 1 um 145 % – jedoch fiel er am 8. Tag wieder auf das Ausgangsniveau zurück. In den ersten fünf Tagen gab es praktisch keine Veränderung.

Fazit: Wenn man mehrere Tage auf Ejakulation verzichtet, erhöht sich der Testosteronspiegel kurzfristig, aber nicht nachhaltig.

Testosteronwerte bei Abstinzenz
Testosteronspiegel bei Abstinenz

NoFap – Warum verzichten Männer bewusst auf Selbstbefriedigung?

Die NoFap-Bewegung erfreut sich vor allem in den letzten 10 Jahren online großer Beliebtheit. To fap kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt masturbieren. No fap heißt also nicht masturbieren:

Ihre Anhänger – meist Männer – verzichten bewusst auf Pornografie, Masturbation oder sogar auf Sex. Viele berichten von positiven Effekten, wie:

  • Mehr Fokus und Antrieb

  • Weniger Müdigkeit und Reizüberflutung

  • Gesteigertes Selbstbewusstsein und Disziplin

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Ist dein Pornokonsum schädlich?

Fast ausnahmslos jeder Mann schaut Pornos. Bei vielen Männern verursacht der Konsum sexuelle Probleme und Abhängigkeiten.

Mit diesem Schnelltest kannst du herausfinden, ob auch du davon betroffen bist:

Verzicht auf Masturbation beeinflusst den Testosteronspiegel indirekt

Diese positiven Veränderungen entstehen allerdings nicht direkt durch hormonelle Veränderungen, sondern durch den Lebensstil, der mit dem Verzicht einhergeht, z. B. mehr Schlaf, weniger Bildschirmzeit und bewussteren Routinen – was wiederum indirekt positiv auf den Testosteronspiegel wirkt.

Edging als „Testosteron-Hack“?

Ein interessantes Konzept ist das sogenannte Edging: Hier wird die sexuelle Erregung bewusst über längere Zeit hochgehalten – ohne Ejakulation.

Hypothese:
Während der Erregung steigt der Testosteronspiegel. Mit der Ejakulation schüttet der Körper jedoch Prolaktin aus, ein Hormon, das entspannend wirkt und den Testosteronwert kurzfristig senkt.

Daher die Idee: Wer kurz vor dem Orgasmus stoppt, könnte den Testosteronanstieg länger nutzen – ohne den hormonellen “Crash“.

Tipp

Wichtig:

Wissenschaftlich ist dieser Effekt bisher nicht belegt, viele Männer berichten jedoch subjektiv von positiven Erfahrungen.

Sex vs. Masturbation: Gibt es einen Unterschied?

Ja, und zwar sowohl psychisch als auch hormonell.

Studien zeigen: Männer mit regelmäßigem Partnersex haben im Durchschnitt höhere Testosteronwerte als Männer, die nur masturbieren.

Warum?

  • Sex ist nicht nur körperlich, sondern auch psychisch stimulierend

  • Dominanz, körperlicher Einsatz und Nähe wirken sich positiv auf die Testosteronproduktion aus.

  • Pheromone (Duftstoffe, die unbewusst wahrgenommen werden) können nachweislich hormonelle Prozesse beim Mann auslösen.

  • Masturbation bleibt ein eher isolierter Reiz

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Sex mit einer anderen Person aktiviert andere (zusätzliche) Reize als Solosex.

Was beeinflusst den Testosteronspiegel wirklich?

Masturbation hat – wenn überhaupt – nur kurzfristige Effekte. Entscheidend für dauerhaft gesunde Testosteronwerte sind:

  • Ernährung: Zink, Vitamin D, gesunde Fette, wenig Zucker

  • Schlaf: 7–9 Stunden Tiefschlaf pro Nacht

  • Stressmanagement: Weniger Cortisol = mehr Testosteron

  • Krafttraining: Vor allem Grundübungen mit schweren Gewichten

  • Tagesrhythmus: Früh aufstehen, Tageslicht nutzen, abends runterfahren

Fazit: Masturbiere achtsam, genieße dich selbst und achte auf deinen Lebensstil!

Du musst nicht auf Selbstbefriedigung verzichten, um deinen Testosteronspiegel zu kontrollieren. Dein Körper reguliert diesen Wert von allein. Wer sich dennoch für NoFap entscheidet, profitiert oft im ersten Step mental – aber langfristig nicht hormonell. Um deinen Testosteronspiegel zu steigern, konzentriere dich auf: Ernährung, Schlaf, Training und Stressmanagement und masturbiere achtsam…!

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Beatrix Roidinger

Beatrix Roidinger

Beatrix Roidinger ist klinische Sexologin, Sexualberaterin und psychologische Beraterin. Sie ist Gründerin von Best Lover, einem Zusammenschluss aus Sexualberater:innen, Sexolog:innen und Urologen. In der Best Lover Academy - dem größten deutschsprachigen Online Coaching Programm - hat sie bereits tausenden Männern bei der Behebung ihrer sexuellen Probleme geholfen.

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