Libidoverlust durch Antidepressiva: Was du wissen solltest

Antidepressiva können die Stimmung heben - aber auch die sexuelle Lust senken. Viele Männer berichten von weniger Verlangen, Erektionsproblemen oder weniger intensiven Orgasmen. Woran liegt das? In diesem Blogbeitrag erfährst du, warum Antidepressiva auf die Libido wirken, welche Medikamente besonders betroffen sind - und was du tun kannst, um deine Lust zurückzugewinnen.

Veröffentlicht am: 25. Juli 2025
Libidoverlust durch Antidepressiva
Libidoverlust durch Antidepressiva

Zwischen Erleichterung und Ernüchterung: Antidepressiva helfen, rauben aber oft die Lust.

Was sind Antidepressiva?

Antidepressiva sind Medikamente, die vor allem bei Depressionen verschrieben werden – aber auch bei Angststörungen, Zwangsstörungen, chronischen Schmerzen oder Schlafproblemen.

Sie beeinflussen bestimmte Botenstoffe im Gehirn und sollen helfen, Stimmung, Antrieb und emotionale Stabilität zu verbessern. Botenstoffe, auch Neurotransmitter genannt, sind chemische Substanzen, über die Nervenzellen im Gehirn miteinander kommunizieren.

Allerdings berichten viele Männer von einer unerwünschten Nebenwirkung: Die Lust auf Sex nimmt ab.

Antidepressiva können einen Libidoverlust mit sich bringen

Warum sinkt die sexuelle Lust durch Antidepressiva?

Viele Antidepressiva – insbesondere die SSRI – erhöhen gezielt den Serotoninspiegel im Gehirn. SSRI steht für „selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer“. Diese Medikamente sorgen dafür, dass mehr Serotonin im Gehirn verfügbar bleibt. Serotonin ist ein Botenstoff, der unter anderem für Stimmung, Schlaf, Appetit und auch für die sexuelle Funktion eine Rolle spielt.

Libidoverlust durch Antidepressiva Serotonin Dopamin Noradrenalin

Das Problem: Ein Übermaß an Serotonin kann andere wichtige Neurotransmitter aus dem Gleichgewicht bringen – vor allem Dopamin (entscheidend für Lust und Motivation) und Noradrenalin (wirkt anregend und unterstützt sexuelle Erregung).

Zusätzlich können SSRI die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) hemmen. Dieser körpereigene Stoff ist wichtig für die Gefäßerweiterung und die Durchblutung – auch im Genitalbereich. Ein niedriger NO-Spiegel kann deshalb zu Erektionsstörungen oder einem verminderten Erregungsempfinden führen.

Tipp

Kurz:

Was im Gehirn für emotionale Stabilität sorgt, kann im Körper die sexuelle Lust deutlich dämpfen.

Häufige sexuelle Nebenwirkungen durch Antidepressiva bei Männern

In einer Studie mit über 1.000 Patienten berichteten 59 % über sexuelle Funktionsstörungen.
Bei SSRI waren es sogar 57–73 %.

Libidoverlust durch Antidepressiva

Welche Medikamente deine Lust bremsen –
und welche kaum Einfluss haben

Hohes Risiko für sexuelle Nebenwirkungen

  • 1. SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer)

    Erhöhen den Serotoninspiegel – können Lust, Erregung und Orgasmus deutlich beeinträchtigen.
    Typische Wirkstoffe: Citalopram, Paroxetin, Sertralin

  • 2. SNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer)

    Erhöhen sowohl Serotonin als auch Noradrenalin – wirken stimmungsaufhellend und aktivierend, aber häufig mit ähnlichen sexuellen Nebenwirkungen wie SSRI.
    Typische Wirkstoffe: Venlafaxin, Duloxetin

  • 3. Trizyklika (Trizyklische Antidepressiva)

    Eine ältere Wirkstoffgruppe mit breiter Wirkung auf viele Botenstoffe – oft sedierend, mit vielen Nebenwirkungen, auch sexuell.
    Heute meist nur noch bei chronischen Schmerzen, Schlafstörungen oder therapieresistenten Depressionen im Einsatz.
    Typische Wirkstoffe: Imipramin, Clomipramin

  • 4. MAO-Hemmer (Monoaminoxidase-Hemmer)

    Hemmen den Abbau von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Effektiv, aber mit vielen Wechselwirkungen und strengen Ernährungsvorgaben.
    Werden nur noch selten verschrieben – meist bei schweren oder therapieresistenten Depressionen.
    Typische Wirkstoffe: Moclobemid, Tranylcypromin

Geringeres Risiko für sexuelle Nebenwirkungen

  • 1. Mirtazapin

    Wirkt sedierend und stimmungsaufhellend, hat meist weniger Einfluss auf Libido und sexuelle Funktion.

  • 2. Tianeptin

    Ein atypisches Antidepressivum mit eher stimulierender Wirkung – gilt als libido-neutral bis libido-freundlich.
    Kann die Libido sogar verbessern

  • 3. Bupropion (Wellbutrin)

    Erhöht Dopamin und Noradrenalin, nicht Serotonin. Wird gezielt eingesetzt, wenn sexuelle Nebenwirkungen vermieden oder eine bestehende Lustlosigkeit behandelt werden soll.

Die Depression selbst nimmt die Lust

Es sind nicht immer nur die Medikamente, die Einfluss auf die Libido haben – auch die Depression an sich kann das Verlangen deutlich verringern. 40–50 % der Männer mit Depression berichten schon vor Beginn einer medikamentösen Behandlung über sexuelle Probleme.

Warum beeinflusst eine Depression die Lust?

Eine Depression wirkt sich auf das gesamte Energiesystem aus. Das betrifft nicht nur die Motivation für Arbeit und Alltag, sondern eben auch das sexuelle Verlangen. Viele Männer fühlen sich während einer depressiven Phase nicht attraktiv oder begehrenswert.

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Traurigkeit, Rückzug, Selbstzweifel – eine Depression greift tief ins sexuelle Selbstbild ein und lässt die Libido oft gegen Null sinken.

Dieses negative Selbstbild kann sich stark auf das sexuelle Selbstvertrauen und die Lust auswirken. Dazu kommt häufig eine tiefe emotionale Erschöpfung. Man fühlt sich leer, überfordert, gereizt oder gleichgültig – in einem solchen Zustand bleibt oft kein Raum für sexuelles Begehren.

Tipp

Wichtig:

Wenn du bereits vor der Einnahme von Antidepressiva unter Lustlosigkeit gelitten hast, liegt das vermutlich an der Depression selbst. Die Medikamente können das dann noch zusätzlich verstärken.

Veränderte Lust heißt nicht: keine Lust

Vielleicht kennst du das Gefühl von früher: Die Lust kam wie von selbst. Diese sogenannte spontane Lust ist unter Antidepressiva oft abgeschwächt – oder bleibt ganz aus.

Was viele Männer nicht wissen: Auch eine reaktive Libido, also Lust, die durch Berührung, Fantasie oder Zuwendung entsteht, ist völlig normal. Man muss nicht automatisch „scharf“ sein, damit Sexualität erfüllend sein kann.

Lust kommt oft nicht spontan. Für Lust kann man sich entscheiden.

Und Sex kann so vieles sein: Nähe, Entspannung, Zärtlichkeit, Spiel, Verbindung. Wer darauf wartet, dass die Lust „wie früher“ plötzlich von selbst kommt, wartet oft vergeblich – besonders in einer depressiven Phase.

Der Appetit kommt beim Essen:

Manchmal kommt mit sinnlichen Berührungen und aktivem Gestalten zumindest der Genuss zurück. Vielleicht nicht gleich die große Lust – aber zumindest ein gutes Gefühl im Körper. Und daraus kann wieder mehr entstehen.

Zum allgemeinen Thema Lustlosigkeit beim Mann lies auch unseren Blogbeitrag: “Sexuelle Unlust beim Mann

Was passiert nach dem Absetzen von Antidepressiva?

In den meisten Fällen normalisiert sich die Libido nach dem Absetzen – manchmal sofort, manchmal mit Verzögerung. Einige Männer berichten über anhaltende Probleme, das sogenannte Post-SSRI Sexual Dysfunction (PSSD). Das solltest du ernst nehmen.

Aber kein Grund zur Panik, denn:

  • PSSD ist selten, medizinisch noch wenig erforscht

  • Es entstehen keine bleibenden Schäden

  • Sexualität kann sich neu entwickeln

Libidoverlust: Nicht nur Antidepressiva – auch Testosteron spielt eine Rolle

Antidepressiva allein sind nicht immer der einzige Grund für Libidoverlust. Gerade bei Männern ab Mitte 40 kann ein natürlicher Testosteronabfall die Wirkung noch verstärken.

Wie du einen Testosteronmangel erkennen und ausgleichen kannst, erfährst du in unserem Blogbeitrag “Warum hat dein Testosteronspiegel mehr mit deinem Sexualleben zu tun, als du denkst?

6 Schritte, wie du deine Libido zurückgewinnen kannst

Du bist mit diesem Problem nicht allein – und du kannst etwas tun:

Viele Männer schweigen aus Scham. Doch je früher du das Thema ansprichst, desto mehr Handlungsspielraum hast du. Manchmal hilft schon ein Wechsel des Medikaments oder eine Anpassung der Dosis.

Setze Antidepressiva niemals eigenmächtig ab. Das kann zu Rückfällen oder Entzugserscheinungen führen. Die Umstellung gehört in ärztliche Hände.

Bei bestimmten Medikamenten ist eine gezielte Einnahmepause vor geplantem Sex möglich – aber nur unter ärztlicher Kontrolle.

Ein Best Lover Coaching hilft dir, Druck abzubauen, dein Selbstbild zu stärken und neue Wege zur Lust zu finden – auch wenn die Sexualität sich verändert hat. Das kann ergänzend zu deiner Psychotherapie oder psychiatrischen Betreuung sein. Hier kannst du dir eine kostenlose Erstberatung buchen.

Durch Antidepressiva kann auch die Körperempfindung stumpfer werden. Manche Männer spüren weniger, nicht nur im Genitalbereich. Gezielte Körperarbeit, Achtsamkeit oder erotisches Selbsttraining (z. B. mit Beckenbodentraining oder Sensual Selftouch) können helfen, die Verbindung zum eigenen Lustempfinden wieder zu stärken.

Bewegung, guter Schlaf, gesunde Ernährung, Stressabbau – all das wirkt sich nicht nur auf die Psyche, sondern auch auf dein Sexleben aus.

Wenn Lust fehlt: Nähe entsteht auch im Gespräch

Viele Männer ziehen sich zurück, wenn die Lust fehlt. Doch das führt schnell zu Missverständnissen oder Unsicherheit in der Beziehung. Ein ehrliches Gespräch über das, was gerade schwierig ist, kann Nähe schaffen. Selbst, wenn gerade kein Sex stattfindet. Sexualität ist mehr als Penetration. Und sie beginnt oft mit einem Gespräch.

Fazit: Libidoverlust durch Antidepressiva? Das muss nicht so bleiben

Viele Männer erleben Libidoverlust durch Antidepressiva und schweigen. Doch du musst das nicht einfach hinnehmen. Sprich das Thema offen bei deinem Arzt oder deiner Ärztin an, um ggf. die Dosis anzupassen oder das Medikament zu wechseln.

  • Sprich mit deiner Partnerin.
  • Oder mach ein Coaching, um neue Wege zur Lust zu entdecken.–> Deine Libido kann zurückkommen.Wenn du dich bewusst mit dir selbst und mit deiner Sexualität auseinandersetzt, wirst du dich auf jeder Ebene besser fühlen. Am Ende wirst du auch mehr Spaß in der Sexualität haben. Nimm´ also die Krise als Chance für eine neue Begegnung mit dir selbst.

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Teil der Best Lover Academy gewesen zu sein, empfinde ich als ein großes Privileg.
Was haben Männer mit sexuellen Schwierigkeiten früher gemacht, als es noch keinen Zugang zu so umfangreichem und evidenzbasiertem Wissen gab? Oft blieb nur die blaue Pille oder das stille Erdulden des eigenen „Schicksals“ – mit all den Folgen für Selbstwert und Sexualität.

Gerade heute gibt es eine Vielzahl an selbsternannten Coaches und Gurus, die einem erklären wollen, was es heißt, ein Mann zu sein – und wie guter Sex funktioniert. Auch ich bin vor ein paar Jahren in diesen Strudel geraten. Meine ersten sexuellen Erfahrungen waren eher negativ und haben mich eher verunsichert. Deshalb trug ich lange Zeit das Mindset in mir, dass ich nur „besser“ sein müsste – an meiner inneren Anspannung änderte das jedoch kaum etwas.

Deshalb war es mir wichtig, ein seriöses Coaching zu finden, in dem die eigene – individuelle – Männlichkeit im Vordergrund steht und man nicht in bestimmte Stereotype gedrängt wird. Im Erstgespräch wünschte ich mir einen männlichen Coach. Meiner Bitte kam man ohne Probleme nach. In den Einzelgesprächen mit Ottokar habe ich auf humorvollste und angenehmste Weise genau das vermittelt bekommen, was mir lange gefehlt hat: mehr Sicherheit und Klarheit bezüglich meiner eigenen Männlichkeit und eine neue, differenziertere Sichtweise auf Sexualität.

Sex war für mich wie eine Blackbox, gefüllt mit Anspannung, Druck und vielen Fragezeichen. Der Kurs hat mir gezeigt, dass es auch ganz anders gehen kann. Ich habe gelernt, meinen Körper bewusster wahrzunehmen, meine Gefühle zu spüren und Sinnlichkeit in vielen Formen zu genießen. Dabei wurde mir auch bewusst, wie stark ich mich selbst eingeschränkt hatte – und wie sich das auf meine Erregung und Lust ausgewirkt hat.

Man bekommt bei Best Lover wirklich viel geboten: einen hochwertigen Videokurs mit Workbooks, regelmäßige Live-Calls, ein Live-Training mit anderen Männern und persönliche Einzelgespräche. Die Inhalte begleiten mich weit über die drei Monate hinaus – die Videos kann man langfristig nutzen und immer wieder anschauen.

Ich bin dankbar, diesen Weg gegangen zu sein, und danke dem gesamten Team für diese tolle, lebensverändernde Erfahrung.

16.07.2025, A.

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